Manche Orte gehören so selbstverständlich zu unserer Region, dass wir ihre Bedeutung leicht übersehen. Das Pretziener Wehr ist für uns ein solcher Ort: vertraut, beeindruckend und eng mit dem Leben an der Elbe verbunden. Wer zwischen den mächtigen Pfeilern steht und auf die Stahlkonstruktion schaut, bekommt eine Vorstellung davon, wie viel Wissen und Arbeit in diesem Bauwerk steckt.

Für uns geht es dabei um mehr als einen schönen Ausflugsort. Wir beide, Susi und Ralf, sind Mitglied im Förderverein „Weltkulturerbe im Salzlandkreis“ e.V. und unterstützen das gemeinsame Anliegen, das kulturelle Erbe unserer Region zu erhalten und das Pretziener Wehr auf seinem Weg zum UNESCO-Welterbe zu begleiten.

Pfeiler, Stahlkonstruktion und bewegliche Wehrtafeln des Pretziener WehrsPfeiler, Stahlkonstruktion und bewegliche Wehrtafeln des Pretziener Wehrs

Ein Bauwerk, das bis heute gebraucht wird

Das Pretziener Wehr wurde von 1871 bis 1875 errichtet. Es ist bis heute ein wichtiger Teil des Hochwasserschutzes für Schönebeck, Magdeburg und die angrenzenden Gebiete. Bei einer Öffnung kann ein Teil des Elbwassers in den Umflutkanal geleitet werden und die Städte auf diesem Weg umgehen.

Was von außen wie eine große Brücke mit Pfeilern erscheint, ist deshalb ein ausgeklügeltes wasserbauliches System. Zu seinen neun Wehrfeldern gehören insgesamt 324 bewegliche Wehrtafeln. Die Konstruktion verbindet historische Ingenieurskunst mit einer Aufgabe, die für unsere Region weiterhin sehr konkret ist: Menschen und Orte vor Hochwasser zu schützen. Daten und Hintergründe beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz.

Gerade das macht den Ort für uns besonders. Geschichte steht hier nicht nur auf einer Informationstafel. Sie steckt in einem Bauwerk, das noch immer genutzt und erhalten wird.

Blick auf die Mechanik und Stahlbauteile des Pretziener WehrsBlick auf die Mechanik und Stahlbauteile des Pretziener Wehrs

Warum wir uns gemeinsam im Verein engagieren

Unsere Mitgliedschaft ist eine bewusste Unterstützung für die Region, in der wir leben. Wir möchten, dass besondere Orte bewahrt werden und ihre Geschichten auch für die nächste Generation verständlich bleiben. Dazu gehört für uns, hinzusehen, darüber zu sprechen und andere neugierig zu machen.

Der Förderverein unterstützt die Erarbeitung des Welterbeantrags für das Pretziener Wehr. Sein Blick reicht zugleich darüber hinaus: Auch das Ringheiligtum Pömmelte und die Herrnhuter Siedlung Gnadau gehören zu den Kulturdenkmalen, für die sich der Verein einsetzt. Er verbindet den Erhalt dieser Orte mit dem Anliegen, ihre Bedeutung einer breiteren Öffentlichkeit näherzubringen. Mehr über den Verein und seine Arbeit.

Mit diesem Beitrag möchten wir als Susi und Ralf zeigen: Wir unterstützen dieses Vorhaben gemeinsam. Entscheidend ist für uns, dass dieses Stück Heimat eine Zukunft hat und mehr Menschen erfahren, warum es wichtig ist.

Auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe

Wir wünschen uns, dass das Pretziener Wehr künftig zum UNESCO-Welterbe gehört. Ein wichtiger Schritt ist bereits geschafft: Das Bauwerk steht auf der deutschen Tentativliste, also der Vorschlagsliste für mögliche künftige Welterbestätten. Beim UNESCO-Welterbezentrum ist der Vorschlag seit dem 29. Januar 2024 verzeichnet. Eintrag bei der UNESCO.

Nach den im September 2026 veröffentlichten örtlichen Informationen soll 2027 der Antrag zur Vorprüfung eingereicht werden. Angestrebt wird eine Anerkennung bis 2031. Das ist ein Ziel des Bewerbungsprozesses; eine Aufnahme oder ein fester Anerkennungstermin ist damit noch nicht zugesagt. Aktueller Ausblick der Tourist-Information Schönebeck.

Wir hoffen, dass dieser Weg erfolgreich ist, und unterstützen ihn mit unserer Vereinsmitgliedschaft. Für uns wäre die Anerkennung eine besondere Würdigung dessen, was dieses Bauwerk für die Region und die Geschichte des Hochwasserschutzes bedeutet.

Blick auf die Mechanik und Stahlbauteile des Pretziener WehrsBlick auf die Mechanik und Stahlbauteile des Pretziener Wehrs

Ein Ort für Begegnungen und gemeinsame Erinnerungen

In unseren privaten Bildern finden sich Aufnahmen vom Jubiläumsfest am 6. September 2025 und vom Familienfest am 13. September 2026. Sie zeigen das Wehr aus unterschiedlichen Perspektiven: die Konstruktion aus der Nähe, das Festgelände und Begegnungen rund um das Bauwerk.

Solche Bilder passen für uns zu einem Denkmal, das Teil des heutigen Lebens bleibt. Ein Fest schafft einen Anlass, genauer hinzuschauen. Zwischen Gesprächen und Familienzeit wird aus einem vertrauten Namen ein Ort, zu dem eine eigene Erinnerung gehört.

Unsere Fotos sind dabei persönliche Momentaufnahmen. Sie zeigen, was wir mitgebracht haben, und ersetzen weder einen vollständigen Veranstaltungsbericht noch eine technische Dokumentation.

Besucher und Stände beim Familienfest am Pretziener Wehr im September 2026Besucher und Stände beim Familienfest am Pretziener Wehr im September 2026

Mit der Familie genauer hinschauen

Für einen Besuch mit Kindern muss nicht jedes technische Detail sofort erklärt werden. Man kann mit einfachen Fragen anfangen: Welche Teile bewegen sich? Wo würde das Wasser bei einer Öffnung entlangfließen? Warum stehen die Pfeiler so, wie sie stehen?

Wer mehr wissen möchte, kann nach angekündigten Führungen und Veranstaltungen schauen. Das Wehr ist außerdem ein Ziel für einen Abstecher vom Elberadweg. Dabei gelten immer die Hinweise vor Ort und die jeweils freigegebenen Bereiche: Es handelt sich um ein genutztes wasserbauliches Bauwerk. Eine Begehung während eines Festes bedeutet nicht, dass alle Bereiche jederzeit zugänglich sind. Anregungen für einen Besuch.

Unser Tipp: Nicht nur ein Foto machen und weiterfahren. Nehmt euch Zeit für den Blick auf die Details und für die Frage, welche Arbeit dieses Bauwerk bis heute für unsere Region leistet.

Heimat bewahren heißt auch, ihre Geschichten weiterzugeben

Für uns beide ist das Pretziener Wehr ein guter Grund, die eigene Umgebung neu zu entdecken. Wir unterstützen den Weg zum Welterbe, weil hier Technikgeschichte, Landschaft und das Leben der Menschen zusammenkommen.

Ob die UNESCO den Titel später verleiht, wird das Bewerbungsverfahren zeigen. Dass dieser Ort unsere Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient, steht für uns schon heute fest.

Recherche zum Bewerbungsstand: 5. November 2026. Fotos: eigene Aufnahmen aus unserem privaten Archiv.